St. Martin – vom Soldaten zum Bischof

St. Martin

An einem bitterkalten Winterabend, irgendwann im 4. Jahrhundert nach Christus, sitzt ein armer Bettler frierend und hungrig am Wegesrand. Er hat weder etwas zu essen noch eine Unterkunft für die Nacht und ist darauf angewiesen, dass ihm irgendjemand der Vorbeigehenden etwas zukommen lässt. Bisher war das Ergebnis eher dürftig und die Leute haben kaum einen Blick für den verwahrlosten Bettler. Selbst die, die er direkt anspricht und so auf eine kleine Gabe hofft, ignorieren ihn, schauen einen anderen Weg und sehen zu, dass sie schnell an ihm vorbeikommen. Mutlos starrt der arme Kerl in die dichter werdenden Schneeflocken und die Aussicht auf etwas Essbares schwindet langsam dahin.

Wieder eine Nacht hungrig in der Kälte

Fast schon wollte er seinen Platz räumen und an anderer Stelle sein Glück versuchen, als er im dichten Schneetreiben die Umrisse eines Pferdes samt Reiter erkennt. Als der Reiter näherkommt, stellt der Bettler fest, dass es sich um einen römischen Soldaten handelt. Ob ich es bei dem überhaupt versuchen soll, denkt er sich. Aber andererseits, was habe ich schon zu verlieren. Im schlimmsten Fall wird er achtlos weiterreiten, wie so Viele schon an diesem Tag. Als der Soldat nah genug gekommen ist, erhebt der Bettler die Stimme und bittet um eine Gabe, etwas Essbares oder ein paar Pfennige. Und weil er gar nicht damit gerechnet hatte, zuckt er heftig zusammen, als der Soldat mit einem kräftigen Zug an den Zügeln das Pferd zum Stehen bringt. Den Bettler hätte er doch glatt übersehen und wäre tatsächlich an ihm vorbeigeritten.

Bedrohlich stand das große Pferd vor dem am Boden hockenden Bettler

Es hat schon fast etwas Bedrohliches, dieser zusammengekauerte arme Mann und davor das große Pferd mit dem Soldaten. Und jetzt zuckt der Bettler ein zweites Mal zusammen, als der Soldat plötzlich sein Schwert zieht. Jetzt ist es um seine Fassung geschehen und er wähnt sich am Ende seines Lebens. Was nun wohl passieren mag? In aller Ruhe entledigt sich der Soldat jetzt auch noch seines Mantels, setzt das Schwert gekonnt an und teilt den großen Soldatenmantel in zwei gleiche Teile. Eine Hälfte wirft er wortlos dem Bettler zu, wickelt sich die andere Hälfte um und verschwindet wortlos im dichten Schneetreiben. Zurück bleibt ein sprachloser Mann, der sein Glück kaum fassen kann. Mit diesem Stück Mantel kann er sich auf seinem spärlichen Lager wenigstens ein wenig wärmen.

Ein Traum brachte die Wende im Leben von Martin

Eigentlich wäre die Geschichte an dieser Stelle zu Ende. Der römische Soldat wäre zurück zu seiner Garnison geritten und hätte vermutlich aus der Kleiderkammer einen neuen Mantel bekommen. Aber es kam ganz anders. In der Nacht hatte der Soldat nämlich im Traum eine Begegnung. Mit einer Person, von der er meinte, es sei Jesus Christus, bekleidet mit der Mantelhälfte, die er dem Bettler überlassen hatte, und der ihn aufforderte, ihm nachzufolgen und in die Kirche einzutreten.

Martin, so hieß dieser Soldat, kam der Aufforderung nach. Und das, obwohl er der Sohn eines hochrangigen römischen Soldaten war. Er ließ alles hinter sich, trat aus der Armee aus, ging in ein Kloster und wurde in der Region als großherziger und hilfsbereiter Kirchenmann bekannt. So bekannt, dass er schließlich sogar zum Bischof von Tours ernannt wurde. Am 11. November 397 wurde Martin von Tours beerdigt. Daher ist der 11. November der sogenannte Martinstag, bis auf den heutigen Tag. In vielen Ländern Europas.

St. Martin – Bedeutung damals und heute

Was würden Martins Zeitgenossen wohl heute über ihn sagen? Dass er mutig war, großzügig, hilfsbereit, kühn – immerhin hat er sich sogar beim Kaiser gegen Unrecht eingesetzt -, mitleidig. Und was hätte der Bettler nicht über diese Begebenheit zu berichten?

Was können wir über St. Martin sagen? Mit ein paar hundert Jahren Abstand zu der edlen Tat? Dass wir ihm die Laternenumzüge zu verdanken haben? Dass es ohne ihn keine Martinsgänse gäbe? Manchmal, gerade wenn man so alte Bräuche feiert, lohnt es sich, über die Geschichte dahinter nachzudenken. Warum wird etwas gefeiert? Warum lieben die Kinder ein bestimmtes Ritual? Warum werden mit Feuereifer Laternen gebastelt? Warum läuft man singend hinter einem als St. Martin verkleideten Reiter her?

Was denken deine Nächsten über dich?

Aber lohnt es sich nicht auch, einmal darüber nachzudenken, was die Menschen aus unserem Umfeld über uns zu sagen hätten? Zu Lebzeiten, oder post mortem, wie man so schön sagt.

Wie kommen wir rüber, wie kommen wir an? Sind wir auch hilfsbereit, herzlich, kinderlieb, empathisch, freundlich, großzügig, mutig oder kühn? Oder sind wir eher verschlossen, schweigsam, kritisch, auf Abstand aus? Wie sehen meine Kinder mich, wie mein Lebenspartner? Auch schon mal drüber nachgedacht, wie du deine Kinder siehst? Wie dein Lebenspartner auf dich wirkt? Gut, ihr seid schon ein bisschen länger zusammen, habt euch aneinander gewöhnt, habt Euch die Hörner abgestoßen. Aber habt ihr euch auch mal gegeneinander gesagt, wie ihr nach so vielen Jahren über den anderen denkt? Ist die Liebe größer geworden, kleiner vielleicht (hoffentlich nicht), hat euer Partner Wesenszüge wie St. Martin, habt ihr im Lauf der Jahre Eigenschaften entdeckt, die euch positiv überrascht haben?

Was denkst du über deinen Partner?

Ist das so eine typische Gewissensfrage? Hat dein Partner deine Erwartungen erfüllt? Seid ihr immer einer Meinung? Oder gibt es öfter Differenzen, öfter, als dir lieb ist? Gab es positive Überraschungen im Lauf der Jahre, seid ihr mehr zusammengewachsen? Wart ihr euch in der Kindererziehung, in der Wahl der Urlaubsziele, der Anschaffungen immer einig?

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