Totensonntag – ein Tag des Gedenkens und Erinnerns

Totensonntag

Wie man als Kind darüber denken kann

Als kleiner Junge habe ich mich immer darüber gewundert, dass die wunderschönen Adventsgestecke, die im November verkauft werden, alle keine Kerze haben. Irgendwann bin ich von meiner Mutter darüber aufgeklärt worden, dass diese Gestecke mitnichten Adventsgestecke seien. Sie werden als Grabschmuck verkauft, um sie anschließend auf die Gräber verstorbener Angehöriger zu legen. Und tatsächlich, als ich danach einmal über einen Friedhof schlenderte – mehr aus Neugierde und Langeweile – sah ich sie überall verteilt liegen, diese schönen Gestecke. Zusammen mit den aufgestellten Grablichtern hatte das irgendwie etwas Widersprüchliches für mich. Die Gräber mit den Toten, die in der kalten und ungemütlichen Erde vergraben waren und oben drauf die liebevoll gestalteten Flächen eben mit diesen Gestecken und Grabkerzen, was für mich trotz allem irgendwie nach Advent aussah. In meinen kindlichen Vorstellungen habe ich halt immer geglaubt, die Angehörigen wollten es den Verstorbenen in der Kälte und Nässe der Novembertage irgendwie ein bisschen gemütlich machen.

Totensonntag, Volkstrauertag, Ewigkeitssonntag, Allerseelen, Gedenktag der Entschlafenen für das Totengedenken

Totensonntag

Mit zunehmendem Alter habe ich dann feststellen müssen, dass der November ja voll ist von diesen Gedenktagen für die Entschlafenen. Ich habe mich immer gefragt, warum man ausgerechnet diesen kalten und ungemütlichen Monat dafür ausgewählt hat. Man hätte doch auch den Wonnemonat Mai nehmen können. An warmen und hellen Tagen hätte man dem Thema Tod vielleicht ein wenig den Schrecken genommen. Der Mai hat doch schon von sich aus was Fröhliches, Freundliches. Das graue Wetter im November ruft automatisch Trübsinn und Einsamkeit hervor. Das muss man doch nicht ständig noch mit irgendwelchen Totengedenken verstärken. Im Mai ließe sich das doch wesentlich besser verarbeiten.

Aber so ist es nun mal – und irgendwie ist der November da doch sicherlich am besten für geeignet. Wer weiß, ob man die Themen Trauer, Tod und Erinnern in anderen Monaten so ernst nehmen und ihnen die würdige Bedeutung beimessen würde. Und da unmittelbar nach Totensonntag, dem letzten Sonntag im November, die Adventszeit beginnt, ist es sicherlich nicht schlecht, wenn alle Menschen noch einmal so richtig runterkommen und besinnlich werden, bevor es in die fröhliche und ausgelassene Adventszeit geht mit Weihnachtsfeiern, Geschenken, gutem Essen und Trinken und allem anderen, was die Weihnachtszeit so mit sich bringt.

Für manche Menschen ist jeder Tag Totensonntag

Der Umgang mit der Trauer um einen lieben Angehörigen oder Freund ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manche kommen über das Ableben eines engen Familienmitgliedes nie hinweg und haben damit jeden Tag einen Tag des Erinnerns, manchen haben eine relativ kurze Phase der Trauer und können schnell zur Tagesordnung übergehen. Das hängt immer von der Mentalität des Einzelnen ab. Für manche ist der Totensonntag völlig überflüssig, weil sie sich ohnehin häufig an verstorbene Mitmenschen erinnern, für andere wiederum ist er ein wichtiger Gedenktag, an dem besonders und ausdrücklich der Toten gedacht wird.

Kein gesetzlicher Feiertag – dennoch streng beachtet

Totensonntag fällt immer auf einen Sonntag und hat damit, im Gegensatz zu vielen anderen Feiertagen, kein festes Datum. Als Fixpunkt gilt der letzte Sonntag im November. Totensonntag ist ein evangelischer Feiertag und gilt als Pendant zu dem katholischen Gedenktag „Allerseelen“. Aber obwohl Totensonntag kein gesetzlicher Feiertag ist, findet er auch über die Konfession hinaus allgemeine Beachtung, sogar in den Gesetzen. Aus Respekt vor den Trauernden sind viele Dinge an Totensonntag untersagt. Zum Beispiel viele Veranstaltungen rund um Tanz und Gesang oder auch Sportveranstaltungen. Einerseits will man damit der besonderen Bedeutung des Totensonntags Ausdruck verleihen, andererseits will man jedem Menschen, auch denen, die zum Beispiel sonst in ein Sportereignis eingebunden wären, die Gelegenheit geben, den Totensonntag nach seinen Bedürfnissen zu verbringen.

Gräber schmücken und Gedenkfeiern

Totensonntag ist also gekennzeichnet von geschmückten Gräbern und Gedenkfeiern in Kirchen oder irgendwelchen politischen Gremien. Hier die persönliche oder private Art, der Toten zu gedenken, dort die öffentliche, gemeinsame, kirchliche und leider oft auch inszenierte Art. Besonders dann, wenn Politiker möglichst publikumswirksam ihr schmerzlich verzehrtes Trauergesicht aufsetzen und vor den Augen der Anwesenden und TV-Zuschauer einen Kranz zum Gedenken an verstorbene Soldaten niederlegen. Nicht, dass die Bedeutung solcher Zeremonien geschmälert werden soll. Aber es hat schon etwas Skurriles, wenn der Name eines Politikers und seine Parteizugehörigkeit mehr im Fokus der TV-Kameras stehen als der eigentliche Anlass.

Nicht nur an Totensonntag an die Verstorbenen erinnern

Um Trauer zu bewältigen oder sich an Verstorbene zu erinnern, gibt es jedoch weitaus mehr Möglichkeiten als den Totensonntag. Manche Menschen richten sich in ihren Wohnungen Ecken ein, die der Totenerinnerung dienen sollen. Mit Bildern der Verstorbenen, immer wieder frischen Blumen, Erinnerungsstücken oder besonderen Kerzen. Andere Menschen legen sich Fotoalben an, in denen ausschließlich Fotos des Entschlafenen oder von Situationen mit ihm enthalten sind. Auch der regelmäßige Besuch eines Grabes – also nicht nur an Totensonntag – sowie die besonders liebevolle Grabpflege sind Rituale des Erinnerns und der Trauerbewältigung.

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